Die Faszination der Datumsgrenze oder: warum nicht mal die Erde drehen?

Nach meiner etwa 18-stündigen Rückreise aus den USA zurück nach Deutschland habe ich heute (mitten im Jetlag) angefangen, über die Datumsgrenze zu sinnieren.
Was wäre wenn ich von Neuseeland nach Hawaii fliegen würde? Der Zeitunterschied beträgt hier 23 Stunden und ich würde in diesem Fall in die Vergangenheit reisen. Der Flug dauert zwar etwa 8 Stunden, aber trotzdem werde ich beim Abflug am Morgen des 20. am Abend des 19. landen. Eine Reise in die Vergangenheit.

Beim Betrachten der Datumsgrenze die zwischen diesen beiden Orten verläuft, fällt mir nach langer Zeit mal wieder auf WIE nah sich Russland und die USA eigentlich sind. Wenn ich in die engste Stelle zwischen Russland und Alaska auf der Karte heranzoome, sieht man, dass die Strecke zwischen den beiden Kontinenten nur 70 km lang ist!

Die kleine Inselgruppe in der Mitte der Beringstraße macht die Entfernung noch geringer: die Größere der beiden (Big Diomede Insel oder Ratmanow-Insel) gehört zu Russland. Deren Urbevölkerung wurde nach dem 2. Weltkrieg zur Umsiedlung auf das russische Festland gezwungen um “ungewollten” Kontakt zwischen den Staaten zu vermeiden. Die kleinere Insel wird Little Diomede genannt und gehört zu Alaska, USA. Sie ist noch heute von Eskimos (korrekter: Yupik) bewohnt.

Die nur 4 km breite Meergrenze zwischen den beiden Inseln wurde während des kalten Kriegs “ice curtain” genannt, wurde aber 1987 von der Amerikanerin Lynne Cox durchschwommen.

Ich frage mich, weshalb unsere Welt nie aus dieser Sicht betrachtet wird:

Was ist so fasnizinierend an der Datumsgrenze? Warum werden Landkarten nie so dargestellt, dass die Nähe von Amerika und Russland sichtbar ist?

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